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 Eartha Kitt

Eartha Kitt (1952)
Eartha Kitt (2007)

Eartha Kitt (* 17. Januar 1927 als Eartha Mae Keith in North, South Carolina; † 25. Dezember 2008 in New York City) war eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin. Man nannte sie die Königin der Nachtclubs.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Ihr Vater, ein Baumwollpflücker, nannte sie „Eartha“ – „die Erdgeborene“. Im Alter von sechs Jahren verlor sie ihre Mutter. Sie lebte bei verschiedenen Verwandten, bis sie, achtjährig, zu einer Tante nach New York kam. Im puertoricanisch-italienischen Stadtteil wuchs sie auf, und dort erregte sie auch als Kind erstes Aufsehen. Sie gewann einige Preise als Tänzerin, und sang im Kirchenchor. Ihre Träume zielten auf eine Karriere als Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin. Nach dem Schulabschluss arbeitete Eartha Kitt zunächst in einer Kleiderfabrik. Mit dem größten Teil ihres kargen Lohnes bezahlte sie ihre Klavierstunden.

Eines Tages las Eartha Kitt auf Plakaten die Ankündigung eines Katherine Dunham-Gastspiels, für das noch Tänzerinnen gesucht wurden. Sie stellte sich vor, und Katherine Dunham war von der erst 15-Jährigen mit der eigenartig rauen, dabei aber doch zarten und ausdrucksvollen Stimme wie auch von ihren katzenhaften Bewegungen derart fasziniert, dass sie Eartha Kitt sofort engagierte. Nach einer mehrjährigen Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel an der Dunham School of Dance and Theatre ging Eartha Kitt anschließend mit dem Katherine-Dunham-Ensemble auf Tourneen durch die ganze Welt. Während dieser Zeit erhielt sie erstmals auch die Gelegenheit, in einzelnen Szenen als Sängerin aufzutreten.

1951 stellte in Paris die Besitzerin des Nachtclubs Carrols sie ihren prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur vor. Die Künstlerin kehrte nach New York zurück, und Orson Welles engagierte sie für die Doppelrolle „Gretchen/schöne Helena“ in seiner eigenwilligen Faust-Verfilmung.

Ihren endgültigen Durchbruch hatte Eartha Kitt in der Broadway-Show New Faces Of 1952, in der sie den Song Monotonous sang. 1954/55 spielte sie am Broadway die Hauptrolle in Mrs. Patterson, 1957 in Shinbone Alley und in den 1960ern in The Owl and the Pussycat. Daneben trat sie auch in Filmen und im Fernsehen auf, u. a. 1958 in St. Louis Blues und in den Fernsehserien Batman als Nachfolgerin von Julie Newmar in der Rolle der Catwoman sowie 1967 in einer Gastrolle in Mission Impossible.

Vor allem zwei ihrer Songs erlangten Weltruhm: C’est si bon und Uska Dara. Darüber hinaus schuf sie ein umfangreiches Repertoire, mit dem sich mehrere Abendprogramme füllen ließen. Dazu zählen: Mack the Knife, Jambo Hippopotami, Santa Baby, Let’s do it, sowie Yellow Bird, Tierra va tembla, Good Little Girls, Never on Sunday, Love for Sale, Lola-Lola.

Nach kritischen Äußerungen gegen den Vietnamkrieg bei einem Lunch im Weißen Haus 1968 wurde sie von den Amerikanern gemieden und konnte sich erst Jahrzehnte später wieder erfolgreich im US-Showgeschäft behaupten. Der Boykott ihrer Stücke durch die amerikanischen Sender führte dazu, dass sie sich stärker nach Europa orientierte, und endete 1978 durch eine Rehabilitation von Jimmy Carter. Mitte der 1980er Jahre hatte sie in Europa ein großes Comeback, als sie mit Disco-Titeln wie Where Is My Man (1983), I Love Men (1984) und This Is My Life (1986) Hits in den Charts hatte. Regelmäßige erfolgreiche Tourneen, auch in Deutschland, schlossen sich an; auf Einladung von Rolf und Joachim Kühn nahm sie das Album Thinking Jazz auf (1991). Auch in ihren letzten Lebensjahren war sie noch aktiv. 2004 gab sie ein Konzert im B. B. King Blues Club & Grill und trat 2006 neben Annie Golden in dem Musical Mimi Le Duck auf.

Von 1960 bis 1965 war Eartha Kitt mit Bill McDonald verheiratet, aus der Ehe ging eine Tochter namens Kitt Shapiro hervor. Eartha Kitt starb an Darmkrebs.

Diskografie (Auswahl)

  • 1952: New Faces of 1952 – Original Broadway Cast (Label: RCA)
  • 1954: Mrs. Patterson – Original Broadway Cast (Label: RCA)
  • 1954: RCA Victor Presents Eartha Kitt (Label: RCA)
  • 1955: Down to Eartha (Label: RCA)
  • 1956: That Bad Eartha (Label: RCA)
  • 1956: Thursday’s Child (Label: RCA)
  • 1958: St. Louis Blues (mit Shorty Rogers; Label: RCA)
  • 1959: The Fabulous Eartha Kitt (Label: Kapp)
  • 1961: At the Plaza (Label: GNP/Crescendo)
  • 1962: Bad But Beautiful (Label: MGM)
  • 1963: Eartha Kitt Revisited (Label: Kapp)
  • 1965: Love for Sale (Label: Columbia/EMI)
  • 1968: Folk Tales of the Tribes of Africa (Label: Caedmon)
  • 1984: I Love Men (Label: SOHO)
  • 1993: Eartha-Quake (5-CD-Set, Label: Bear Family Records)

Autobiografische Werke

  • Thursday’s Child. Duell, Sloan and Pearce, New York 1956
  • Alone With Me. A New Autobiography. H. Regnery Co., Chicago 1976
  • I’m Still Here / Confessions of a Sex Kitten. Sidgwick & Jackson, London 1989

Offizielle Internetpräsenz
  • Nachruf von Klaus Mümpfer (Jazzpages)
  • Eartha Kitt-Fan-Club (mit Diskographie)
  • Eartha Kitt in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • „An Appraisal. Forever Feline, Forever Fierce“, Nachruf New York Times, 26. Dezember 2008, mit Fotostrecke, Dia-Schau und Video
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